Nicht nur sauber sondern …

Weniger ist mehr – doch manche denken, mehr macht sauberer.
Die Reinigungsmittel-Hersteller suchen nach immer neuen Ideen, wie sie ihre Rezepturen „verbessern“ können. So kam es, dass die mikroverkapselten Duftstoffe im Jahr 2011 in Weichspüler, Wasch- und Reinigungsmittel Einzug gehalten haben.
Dabei sind Duftstoffe in den meisten Fällen Chemikalien, eher selten werden im konventionellen Bereich natürliche, ätherische Öle eingesetzt. Doch wer will das schon wissen? Wer schaut schon auf die Inhaltsstoffe, die man sowieso nicht versteht, die man allerdings, würde man sie verstehen, garantiert ncht benutzen möchte… Jedoch: Hauptsache, es duftet. So kann jeder riechen, dass etwas „sauber“ gemacht wurde. Leider denken nur wenige Menschen über die Folgen nach. Meiner Meinung nach wird die Umwelt durch konventionelle Reinigungs- und Waschmittel stark verschmutzt.

Durch die Mikroverkapselung halten die Duftstoffe länger und entfalten sich bei Bewegung noch intensiver – außerdem haften die Kapseln sehr gut an allen möglichen Oberflächen (Plastik, Papier, Textilien sowieso usw.), sodaß auch schon mal ein Joghurtbecher, die Papiertüte mit Mehl oder die Tüte Nudeln die im Supermarkt z.B. im Nachbarregal der Weichspüler steht, nach Duft riecht…

Die neuen Weichspüler-Rezepturen kamen 2011 stark beworben auf den Markt mit Werbesprüchen wie
jetzt mit 7x längerem Duft … oder
4 Wochen Frischeduft im Schrank … oder
auch nach einer Woche duftet Bettwäsche noch wie am ersten Tag … oder
jetzt können auch andere an Ihrem Duft teilhaben … (was machen die, die nicht an diesem Duft teilhaben MÖCHTEN?)

Und mit der Mikroverkapselung von Duftstoffen veränderte sich mein Leben gezwungenermaßen so sehr, wie ich es nie für möglich gehalten hätte…
Bis September 2011 war ich ein gesunder Mensch, mit Anfang 40 ohne Allergien oder sonstigen modernen Volkserkrankungen. Ich liebe die Natur und Tiere und lebe seit Jahren schon, so gut es geht, ökologisch und umweltbewußt. So zu leben hat glücklich gemacht – und ich lernte, das ein Sinn des Lebens ganz einfach sein kann!
Ende September 2011 arbeitete ich den ersten Tag mit einer neuen Kollegin im Büro zusammen. Von Anfang an bemerkte ich einen permanenten Duft, der wie eine Aura um sie herumschwebte. Ich dachte zunächst, sie trägt ein penetrantes Parfüm, doch es stellte sich bald heraus, dass dieser Duft von ihrem Weichspüler ausgeht, mit dem sie ihre Kleidung behandelte. Obwohl das Fenster im Büro den ganzen Tag geöffnet war, roch ich permanent den Duft dieses Weichspülers, der sich bei jeder Bewegung der Kollegin zu verstärken schien.
Im Verlauf des Arbeitstages bekam ich Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Hustenreiz und Schleimhautreizungen mit starken, brennenden Schmerzen in Mund und Nase sowie gerötetem Rachen, die sich erst über Nacht wieder legten.
Am nächsten Tag im Büro wiederholte sich das Ganze und wurde nach einigen Tagen verstärkt durch Muskelschwäche, Kreislaufprobleme und so starken Konzentrationsstörungen, daß ich nicht mehr richtig arbeiten konnte.
Ein Allergietest und weitere Untersuchungen bestätigten eine (inhalative) Allergie auf Duftstoffe sowie auf Terpene, Carbonsäuren und Aldehyde. Terpene sind Basis jeglicher bedufteten Produkte. Auslöser schien die neue Rezeptur der Weichspüler zu sein. Obwohl ich selbst noch niemals zuvor Weichspüler verwendet hatte, wurde ich nun durch dieses Produkt krank gemacht. Wie stark es mein Leben einschränken sollte, wußte ich zu Beginn der Erkrankung noch nicht. Die genannten Symptome haben sich manifestiert und treten nun bei geringer Exposition beim Einatmen von Duftstoffen jedweder Art auf.

Ich nahm Kontakt mit den Weichspüler-Herstellern auf, weil ich dachte, wenn sie ein Produkt auf den Markt bringen, können sie bei auftretenden Problemen sicher Hilfestellung geben. Neben der Erklärung der Funktionsweise von mikroverkapselten Duftstoffen bekam ich leider nur Standard-Antworten über z.B. Grenzwerte, Sicherheit und Kundenwünsche mit dem Rat, einen Facharzt aufzusuchen. Zu jenem Zeitpunkt hatte ich jedoch schon sämtliche Fachärzte aufgesucht, und als Therapie gibt es nur die Möglichkeit, Duftstoffe zu vermeiden.
Ich suchte nach zuständigen Stellen, bei denen man melden könne, wenn man durch ein neues/verändertes Produkt, das auf den Markt kommt, krank geworden ist, doch eine solche Stelle gibt es nicht. Man fühlt sich allein gelassen.
Ich konnte mich also nur mit dieser Erkrankung abfinden und mein Leben danach einrichten. Meine Familie und ich leben seither geruchsneutral. Alle Reinigungsmittel im Haushalt sind frei von Duftstoffen. Darüber hinaus sind sie natürlich auch frei von aggressiven Chemikalien (das waren sie allerdings vor meiner Erkrankung schon). Man benötigt weitaus weniger Reinigungsmittel als einem von der Werbung suggeriert wird. Außerdem heißt sauber nicht gleich Duft! Mit Duft überdeckt man wohl eher die anderen Gerüche…

Sämtliche Hygiene- und Kosmetikartikel in unserem Haushalt sind frei von Duftstoffen und geruchsneutral. Haut und Haare danken es. Diese Produkte gibt es selten im Mainstream. Und beworben werden sie nicht, denn wirklich gute Produkte brauchen keine Werbung!
Außerdem helfen manchmal ganz einfache Dinge wie ein hochwertiges Oliven- oder Jojobaöl, um die Haut zu pflegen. Reines Aloe-Vera-Gel spendet der Haut die notwendige Feuchtigkeit.
Geruchsneutral leben heißt aber auch, auf sehr vieles zu verzichten…
Freunde und Verwandte dürfen nur ohne Parfüm und ohne Weichspüler auftreten, Handwerker in der Wohnung ebenso. Arztbesuche sind schwierig, Kino und große Veranstaltungen mit Menschenmassen unmöglich, Stadtbummel anstrengend.
Lüften ist nur möglich, wenn der Nachbar keine weichgespülte Wäsche im Garten hängen hat und auch die Nachbarn, die Raumbeduftung verwenden, ihre Fenster geschlossen haben.
Arbeiten kann ich nur, weil meine Kollegen auf Parfüm und Duftwäsche verzichten.

Damit Nichtbetroffene nachvollziehen können, was das bedeutet, empfehle ich gern den Versuch, eine Woche oder einen Monat OHNE Duftstoffe zu leben und diesen auch in der Öffentlichkeit aus dem Weg zu gehen. Erst dann merkt man, wie wenig wirklich FRISCHE, REINE Luft man noch atmet… (bei einem solchen Versuch lernt man auch ganz viel dazu und man wird eventuell zum Umdenken angeregt!).

Meistens kaufen Menschen das, was in der Werbung gezeigt wird, denn man findet es in jedem Geschäft. Wenn es auch noch von einem namhaften Hersteller vertreten wird, kann es doch nur gut sein…
Wieso braucht man ein Deo mit 48- oder 72-Stunden-Wirkung (
wäscht man sich heutzutage nicht mehr?)?
Es steht in den Regalen der Supermärkte, die Werbung zeigt die faszinierende Wirkung und schon wird es gekauft. Inhaltsstoffe? Zu klein zum Durchlesen. Nebenwirkungen? Hat keiner was davon gesagt. Durch Werbung wird man fremdbestimmt ohne es zu merken… Vor allem, wenn nach und nach die Vorgänger-Produkte vom Markt verschwinden und es dann irgendwann nur noch die neuen Produkte zu kaufen gibt. Es kommt auf den Käufer an – was er kauft, wird hergestellt. Wenn ein Produkt nicht läuft, verschwindet es vom Markt. Damit hätten wir eine große Möglichkeit, den Markt zu regeln. Doch noch lassen sich zu viele von Werbung und dem Strom der Mehrheit beeinflussen.

In einem „normalen“ Geschäft einkaufen kann ich seit der Duftstoff-Allergie nicht mehr – zu viel Duft im Geschäft, an den Produkten und den Menschen. Wir lassen uns seit einiger Zeit von der örtlichen Biokiste beliefern – superfrisch, regional, saisonal, stressfrei und man unterstützt die Bauern der Region. Was ich dort nicht bekomme, kaufe ich im Bioladen – billig-Bio aus dem Supermarkt ist nicht nur durch die Duftbelastung tabu sondern auch, weil billig-Bio das „echte“ Bio kaputt macht. Die Biokiste ist nicht wirklich teurer. Man kauft nur das, was man wirklich braucht, man „steckt“ nicht noch andere Produkte in den Einkaufskorb, die man im Supermarkt zufällig sieht und dann vielleicht zuviel kauft. Durch die Biokiste haben wir weniger Abfall, eben weil man nicht zuviel kauft, und dadurch natürlich auch weniger Plastikmüll.

Meine Teilhabe am öffentlichen Leben hört dort auf, wo die Beduftung durch andere Menschen anfängt. Sobald ich die Wohnung verlasse, bin ich auf die Rücksichtnahme meiner Mitmenschen angewiesen. Zu viel bzw. zu starkes Parfüm / Rasierwasser, Waschmittel- und/oder Weichspülerdüfte sowie duftig eingehauchte Räume (sei es durch Raumerfrischer oder stark duftende Reinigungsmittel) sind Situationen, in denen ich mich nur wenige Minuten aufhalten kann, ohne allergische Reaktionen zu bekommen.
Sind die o.g. Symptome der Allergie eingetreten, muß ich warten, bis sie von selbst aufhören. Es hilft kein Allergiemittel, kein Medikament, sondern nur ein geruchsneutraler Ort zur körperlichen Erholung. Nach ein bis zwei Stunden Einatmen von künstlich-chemischen und manchmal leider auch natürlichen Düften (z.B. Flieder, Hyazinthen) bin ich ca. einen Tag lang krank sofern ich die „Duft-Situation“ verlasse, ansonsten werde ich täglich kränker. Bin ich mehrere Tage keinen Duftstoffen ausgesetzt, vergesse ich sogar, dass ich eine Allergie habe und bin völlig gesund!

Durch diese Erkrankung hat sich für mich auch bestätigt, dass mein Leben im Einklang mit der Natur absolut richtig war und ich dieses natürlich auch weiter lebe, doch es ist erschreckend, dass einem gar nicht mehr die Möglichkeit gegeben wird, so leben zu können, weil die Umwelt drumherum nicht mehr dazu paßt und permanent weiter verschmutzt wird. Irgendwann wird es schwierig werden, ökologische Lebensmittel herzustellen, weil die Umwelt so stark verschmutzt ist, dass es nicht mehr möglich ist (Kontamination durch konventionelle Landwirtschaft, Abgase, verschmutzte Abwässer usw). Allein die Zugeständnisse beim EU-Bio sind für mich der größte Hohn. Was ist daran noch bio, wenn 95% bio ist und 5% konventionell untergemischt werden darf? Ausschließlich Produkte von demeter und Bioland, die 100% Bio sind, zu konsumieren, ist nicht ganz so einfach, aber wir versuchen es.

Rauchverbote in der Öffentlichkeit wurden durchgesetzt. Der Umgang mit (chemischen) Duftstoffen jedoch hat in den letzten Jahren extrem zugenommen. Ich mußte sogar schon bei einem (Lungenfach)-arzt (!) VOR der Tür warten, weil seine Praxisräume beduftet waren. Ich hab mich gefragt, ob er sich so seine Patienten selbst macht …

Wenn ich mir vorstelle, dass viele Tiere einen besseren Geruchssinn haben als wir Menschen, wie geht es heutzutage Hund oder Katze, deren Herrchen oder Frauchen zu Hause alles schön beduftet?
Oder Babies in frisch gewaschener und weichgespülter Wäsche – sie können sich nicht anders wehren als zu Schreien…
Es kann nicht gesund sein, diese Stoffe dauerhaft einzuatmen oder auf der Haut zu tragen.
Zwei Personen aus meinem Bekanntenkreis haben zu Beginn meiner Erkrankung sofort aufgehört, Weichspüler weiter zu verwenden. Danke dafür, auch im Namen der Umwelt! Ich erfahre manchmal ganz wunderbar liebe Rücksichtnahme meiner Mitmenschen, doch die Mehrheit ignoriert dies, obwohl jeder der Nächste sein könnte…
Wir atmen alle dieselbe Luft.

Wenn ich die Luft verschmutze, mußt DU sie einatmen!

 

Die Abgabe von Kommentaren auf dieser Website war in der Zeit von Mai bis Dezember 2013 möglich. Wir haben uns sehr über die vielen engagierten Beiträge gefreut. Aus zeitlichen Gründen können wir eine dauerhafte redaktionelle Betreuung nicht mehr aufrechterhalten, so dass wir die Blogfunktion ausgesetzt haben. Wir bitten um Verständnis.

  1. Hallo Angie, danke, dass Du Deine Erfahrung hier getauscht hast. Es ist wichtig, diese Krankheit publik zu machen. Ich kenne Sie unter MCS (Multi Chemical Sensitivity).
    Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen. Verzeiht mir also, sollte ich was doppelt schreiben etc.
    Ich selber habe auch MCS und zudem HPU. HPU ist eine Stoffwechselerkrankung, als Folge bekommt man oft MCS. Behandeln kann man das im eingeschränkten Maße. Was mir und meiner Schwester hilft, sind Vitamine. Zum einem Q10 (entgiften und gewisse Minaralie) und zum anderen Vitamin B6 (p5p), Zink, Mangan, Magnesium etc. Genauer könnt Ihr das auf den Seiten lesen: [ein Link ist defekt, wurde von der Online-Redaktion daher gelöscht]

    Link zu Chemical Sensitivity Network

    Link zu Orthomolekular-Medizin-Heilverfahren

    Das Feld ist so groß. Ich will Euch hier jetzt nicht überfrachten. Googled, auf vielen internationalen Seiten findet ihr mehr zu dem Thema Atmungskette, Mytochondrien, NOO, Nitrosativer Stress etc.

    :), Isa

  2. Da fällt mir doch gleich Always Ultra ein. Ist vlt. kein „tolles“ Thema für hier, aber es „stinkt“ mir gewaltig. Kostet jetzt 0,50 Cent mehr, für eine „Zwangsbeduftung“, die man gar nicht haben will. Leider gibt es dazu Bindenmässig keine Alternative. Die sind leider gut.
    Auch ich habe eine Duftstoff-Mix Allergie, aber jetzt riecht man es erst recht, weil künstlich. Die Tasche riecht dann danach. Wie Weichspüler ausgelaufen, super! ! Kann man gleich mal waschen. Ich möchte einfach eine Alternative haben, sie hätten ja welche MIT und welche OHNE Duftstoffe herstellen können – und ich will auch keine Aluschachtel dazu geschenkt bekommen (!), die ich nicht brauche, die auch so klein ist, dass nicht mal 3 Stück reinpassen.
    Schwachsinn! Abreissen im Laden und stehen lassen im Regal… Man kann Dinge auch „verschlimmbessern“ … mein Lieblingswort zu Produkten, die angeblich verbessert worden und dann nur schlimmer geworden sind, als vorher. Auch andere finden den Geruch „schlimm“. Mehr Infos hier:

    always.de

    Sorry, für´s Thema. Aber wo sonst, wenn nicht hier?

    • Liebe Angie,
      derartige Binden rieche ich sogar, wenn jemand sie trägt und ertrage keine Stunde mit der Trägerin…
      Ich verwende Binden von NATRACARE (gibts im Versandhandel bei unterschiedlichen Firmen –
      weiß nicht, ob ich die hier nennen darf…).
      Diese Binden sind aus ökologischer Baumwolle- super weich und extrem angenehm auf der Haut – natürlich DUFTFREI und kein Plastik in der Binde, die einen im Intimbereich irgendwie schwitzen läßt.
      Ich würde Dir empfehlen, diese einfach mal auszuprobieren – Du wirst begeistert sein!
      Evtl. sind sie etwas teurer als Always, aber always ist ja sowieso als Markenprodukt nicht gerade günstig!
      Lieben Gruß
      Deloup

      • hallo Dagmar,
        vielen Dank! Werd´s ausprobieren. Ja genau, ich finde es nämlich auch sehr unangenehm, dass man es riechen kann. Immer sollen Mikroduftkapseln irgendwelche Gerüche übertünchen und dann ist es nur schlimmer.
        Hab auf deren Seite gesehen, dass es die in Bioläden gibt. Da hätte ich ehrlich gesagt nicht nach Binden gesucht..

        Ich glaube, viele Menschen verstehen die Art von Allergie nicht. Sie meinen, wenn man sich´s nicht selber drauf sprüht, macht es nichts, wenn es nach Parfüm oder sehr frischer Wäsche riecht. Sie meinen, dass nur die Haut reagiert. Aber es kann Kopfschmerzen, Hustenanfälle, Fließschnupfen und schlimmeres auslösen. Leider lieben es die meisten Menschen in Parfüm zu baden. Ich habe mal gehört, dass man sich an den Duft von Parfüm/Deo gewöhnen kann (der, der es nimmt) und deswegen sich selber nicht mehr riecht und darum noch mehr drauf sprüht.. könnte eine Antwort sein, warum manches nicht mehr „in Maßen“ benutzt wird.
        Viele Grüße und danke nochmal, Angie

        • Liebe Angie und liebe Frau Stahl,
          genau das sagt mir auch eine Bekannte. Diejenigen, die Parfüms täglich benutzen, nehmen immer mehr, weil sie Dosierungen gar nicht mehr wahrnehmen, und sie machte mich auch darauf aufmerksam, dass all diese Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Wie kann man auf eine solche Idee kommen und dies offiziell tolerieren, warten bis unzähligen Menschen Lebensqualität und Gesundheit ruiniert wurden? In den USA soll es 35 Millionen Menschen geben, die an Multiple Chemical Sentivity leiden. Das Problem ist doch mehr als bekannt. Dennoch wird der extensive Gebrauch von immer stärkeren Duftstoffen nicht gestoppt. Ich bleibe dran und melde mich erneut. Viele Grüße E. Heitger.

        • Hallo Angie,
          es geht nicht mehr darum, ob die Dinge in Maßen benutzt werden, wobei es stimmt, dass die eigene Nase sich an den eigenen Parfümgeruch wohl gewöhnt, aber die Verwendung von mikroverkapselten Duftstoffen ist wohl eher das Problem des intensiveren Geruchs, denn die verkapselten Duftstoffe haften besser an Oberflächen an und entfalten ihren vollen Duft meist er durch Reibung, dann platzen sie auf und duften los. Dadurch duften sie auch länger und intensiver. Da diese verkapselten Duftstoffe seit zwei Jahren in immer mehr Produkten verwendet werden, denkt man, die Leute nehmen plötzlich mehr Düfte als früher, liegt aber wohl wirklich eher an der sich immer weiter verbreitenden neuen Rezeptur von Duftstoff-Produkten.

          Ja, in Bioläden gibts die Binden auch!
          Schön, wenn Du sie jetzt ausprobieren willst, sind wirklich sehr angenehm und zusätzlich gut für die Umwelt 🙂

          Duftfreie Grüße
          Dagmar

  3. Hallo Lilian Hof,
    ich reagiere auch mit Kopfschmerzen auf Zigarettenrauch. Es ist unglaublich, auf welche Entfernung diese Reaktion noch auftritt. Ich leide nun viel mehr als früher, weil ich dort nicht war, wo geraucht werden durfte. Nun bin ich draußen entweder Autoabgasen, Zigarettenrauch oder Parfüms ausgesetzt. Auch das Lüften der Wohnung ist durch all diese Gerüche belastet. Meinen Balkon kann ich auch heute wieder nicht nutzen, weil vom Nachbarn stundenlang das widerlich penetrante Parfüm der Wäsche und seine Raumluft bei Dauerkippstellung seiner Fenster herüberweht. Ein höflicher Brief Anfang Mai läßt die beiden jungen Herren völlig unberührt. Saubere Luft ist sprichwörtlich wie ein Sechser im Lotto. Ich finde es unbegreiflich, dass weder die Politik noch die Ärzteschaft massiv hiergegen antreten. Wir werden in der Tat verschaukelt, und die meisten Menschen lassen es zu, obwohl Bildung angeblich ständig wächst. Selbständiges Denken, selbstbestimmtes Handeln aufgrund von Kenntnis und Erkenntnis sowie Rücksichtnahme gehören offensichtlich nicht dazu. Es ist dringend geboten, dass alle, die sich von diesen Mißständen betroffen fühlen, gemeinsam dagegen angehen.
    Freundliche Grüße
    Dr. Elisabeth Heitger.

  4. Hallo Herr Jaenicke,

    leider habe ich kein Glück mit meinen Mails; die 2. ging bereits verloren, nun mein 3. und letzter Versuch. Ich wiederhole den Text meiner 1. Mail nicht mehr, stelle nur die Frage:

    Wie können wir uns gemeinsam und wirksam gegen die ständige Zwangsbeduftung durch unsere Mitmenschen – Nachbarn, die ihre Wäsche stundenlang auf dem Balkon trocknen und ihre Fenster auf „kipp“ stellen – mit widerlich penetrantem Parfüm zur Wehr setzen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. E. Heitger.

    • Liebe Frau Dr. Heltger,
      Ihrer Frage schließe ich mich an – WAS können wir gegen diese Zwangsbeduftung tun?
      Immer mehr Artikel werden beduftet.
      Tatsächlich gibt es kaum noch frische Luft und das mit dem Lüften der Nachbarn kenne ich auch. Ich kann nur lüften, wenn keine Wäsche draußen hängt und auch ich habe Nachbarn, die ihre Fenster ständig auf Kipp haben – außer jedem Zimmer dringt ein anderer Duft und durch meine Allergie tut es mir wirklich WEH, diese Düfte einzuatmen.
      Das diese Chemikalien sicherlich krebserregend, fruchtschädigend und sonstwie krankmachend sind, braucht man wohl nicht groß zu erwähnen. Deshalb kann ich nicht verstehen, dass das alles toleriert wird und immer massiver wird.
      Mittlerweile kann ich mein Auto auch nicht mehr in der Waschanlage waschen, da zumindest in unserer Kleinstadt ALLE Waschanlagen stark bedufteten Schaum verwenden und selbst das Klarspülwasser schon duftet…
      Naja, in ein paar Jahren kann ich wohl auch kein Auto mehr fahren, weil Gebrauchtwagen sicher dann alle schon eingebauten Duft in der Lüftung haben (gibts ja jetzt zum Einstecken in die Lüftung zu kaufen!) – Neuwagen kann ich aufgrund der Allergie auch nicht fahren, zu starke chemische Ausdünstungen.

      Auch wenn das hier vielleicht nicht der richtige Weg ist, ich suche noch Menschen, die gleichermaßen stark von dieser Duftstoffallergie (MCS) betroffen sind wie ich zum Erfahrungsaustausch wie sie ihr durch die Zwangsbeduftung stark eingeschränktes, Leben so meistern.

      • Liebe Frau Stahl,
        ich kann Sie sehr gut verstehen, habe Hoffnung, dass das Thema inzwischen mehr Beachtung findet. Ich bemühe mich weiter und werde Ihnen Wissenswertes mitteilen. Heute hat mir eine Bekannte einen Hinweis geschickt, den ich hiermit an Sie weitergebe Beschluss vom 15.05.2013 beim OLG Düsseldorf_Versprühen von Duftstoffen im Treppenhaus. Das Urteil wurde vor gut 10 Jahren gefällt. Inzwischen steht die Thematik stärker im Focus, was auch der Beitrag von Hrn. Jaenicke unterstreicht. Ich habe bei meinen Recherchen im Internet weitere sehr hilfreiche Stellungnahmen Bericht im CSN_Blog gefunden. Im CSN (Chemical Sensitivity Network) Blog gibt es viele aufschlußreiche Infos. Ich wünsche Ihnen und allen Betroffenen, zu denen ich auch gehöre, dass wir uns letztlich gegen jegliche Zwangsbeduftung erfolgreich zur Wehr setzen.
        Beste Grüße Dr. E. Heitger.

        • Liebe Fr. Dr. Heitger,
          danke für Ihre Rückmeldung. Das Urteil kenne ich, aber es ist unheimlich schwierig, in einem Mietshaus dahingehend Recht zu bekommen. Ich habe mich schon anwaltlich beraten lassen, doch er meinte, es ist kaum durchzusetzen, die Mitmieter an Ihrem Lüftungsverhalten bzw. Duftgebrauch zu verändern/einzuschränken.
          Die Seite von CSN kenne ich auch, ich bestelle viele Artikel bei PureNature und bin sehr froh, dass es PureNature gibt.
          Wie lange sind Sie schon an der Duftstoff-Allergie erkrankt?
          Ich habe im Herbst 2011 diese Allergie bekommen, als im Sommer die Weichspüler-Hersteller die neuen Rezepturen mit den Mikroverkapselten Duftstoffen auf den Markt gebracht haben. Die Allergie hat sich dann sehr schnell manifestiert – ebenso schnell hat sich die massive Beduftung aller möglichen Dinge verstärkt und verbreitet. Immer mehr Artikel sind mit mikroverkapselten Duftstoffen versehen, die eine große Adhäsionskraft haben und sich auf alle möglichen Oberflächen anhaften, um dort langanhaltend herumzuduften.
          Kommen Sie mit Gerüchen an sich noch klar und nur mit Düften nicht?
          Ich reagiere auf fast alle Gerüche – muß komplett geruchsneutral leben – also auch keine Kräuter, Gewürze oder sonstiges aromatisches – egal ob chemisch oder natürlich, wobei chemisch heftigere Reaktionen bei mir ausgelöst werden.
          Vor der Allergie hatte ich eher einen „schlechte“ Nase und habe Gerüche/Düfte kaum wahrgenommen…
          Reagieren Sie ähnlich heftig wie ich?
          Meine Symptome sind hauptsächlich Kreislaufstörungen, Muskelschwäche, extrem starke Konzentrationsstörungen und vor allem starke Schleimhautschmerzen in Nase, Mund und Rachen mit Entzündungen.
          Heißt, wenn ich Düften/Gerüchen zu lange ausgesetzt bin, tut jeder Atemzug in der Nase weh, brennt wie Feuer und mein Mund ist so entzündet, dass ich nur noch Ungewürztes mit wenig Aroma essen kann. Auch Sprechen fällt dann schwer, weil alles weh tut. Außer ein bißchen Vitamin B5 Panthenol lutschen habe ich noch keine wirksame Medikation dagegen bekommen, das Panthenol lindert die Reizung ein wenig.
          Die Konzentrationsstörungen kommen mir manchmal wie Blackout vor, weil ich dann echt nicht mehr richtig denken kann.
          Kopfschmerzen, Übelkeit, Ohrenschmerzen, Schwindel sind dabei für mich eher schon fast nebensächlich, weil o.g. heftiger ins Leben eingreift.
          Ich kann mittlerweile damit umgehen, habe mein Leben danach eingerichtet – jedoch kann ich eben nicht mehr sehr viel unternehmen, weil die Welt so stark beduftet wird.
          Meine Arbeitskollegen nehmen Rücksicht, so kann ich noch arbeiten, aber mein Leben läuft hauptsächlich zwischen Arbeit, Zuhause und einsam gelegenem Garten ab.

          Ich habe schon viel versucht, sämtliche Fachärzte aufgesucht, unterschiedliche Naturheilkundler und Umweltmediziner, habe verschiedene Therapien ausprobiert, doch bisher bleibt es, wie es ist.
          Ebenso habe ich die namhaften Reinigungsmittel-Hersteller angeschrieben, doch außer Standardantworten keine Hilfe erhalten. Auch Supermärkte/Geschäfte, die diese Düfte verkaufen, können nichts dagegen tun und verweisen auf Hersteller und Nachfrage.
          Ebenso konnte ich keine zufriedenstellende Antwort vom Verbraucherschutz und Amt für Risikobewertung bekommen…
          Ich frage mich, WANN endlich diese ganze Extrem-Beduftung mal auf Gesundheitsschädigung kontrolliert und untersucht wird?
          Wie Sie schon sagen, Fr. Dr. Heitger – frische, saubere Luft ist mittlerweile wie ein Sechser im Lotto!
          Ich wohne in einer Kleinstadt und wenn wochenends Waschtag ist, steigt der Duft der Waschmittel und Weichspüler durch die Gullideckel in die Innenstadt, sodaß ich schon nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt allergisch wurde. Wie mag das erst in einer Großstadt duften?!?
          Wie soll irgendwann noch unser Abwasser gereinigt/aufbereitet werden?
          Oder wie ist das z.B. in Wohngebieten, in denen die Mehrzahl der Menschen beduftete Wäsche im Wäschetrockner mit zusätzlichen Dufttüchern trocknet und die Abluft nach außen bläst?
          Wie sind da die Konzentrationen in der Luft, die man atmet?

          Manchmal weiß ich jedoch nicht, woher ich die Kraft nehme, trotz all der Einschränkungen weiterzumachen, den Glauben nicht zu verlieren und positiv zu denken…?…
          Wie wird die Welt in 10 oder 20 Jahren sein? Kann ich dann überhaupt noch darin leben?
          Der überwiegende Teil der nachfolgenden Generation kennt ein Leben ohne Duft sicher schon nicht mehr, wird also ganz selbstverständlich übermäßig mit Duftstoffen umgehen. Vielleicht werden sie aber auch alle irgendwann krank …

          Ich kämpfe weiterhin dagegen an, versuche Aufklärung zu betreiben, erzähle meine Geschichte, die mir durch diese Beduftung widerfahren ist, die mein Leben total auf den Kopf gestellt hat – treffe viele Menschen, die schockiert darüber sind und gern Rücksicht nehmen – treffe aber auch Menschen, die das überhaupt nicht kapieren und lieber ignorieren.
          Solchen Leuten würde ich dann meine Allergie gern mal einen Monat ausleihen 😉

          Gern freue ich mich über weitere Infos von Ihnen.
          Duftfreie Grüße aus Nordhessen
          D. Stahl

      • hallo dagmar,
        ich habe vorher schon eine antwort hier geschrieben, die aber leider noch nicht gepostet wurde. hier habe ich einige websites angegeben, die viel infos zu mcs geben. ich habe auch mcs (meine zwillingsschwester auch). bei mir ist die grundlage dazu über hpu gegeben worden. eine stoffwechselerkrankung, die aufgrund von mangehalfter verwendung von vitamin b6 und zink etc., viele prozesse im körper nicht vollziehen kann und so teilweise toxisch wird. deswegen wird man dann auch so müde. das schafft die vorraussetzung für diese sensibilität. helfen kann hier bestimmte vitamine und auch q10 zur entgiftung. mehr unter keac.de.
        aber zu dir dagmar, wir können uns gerne mal zu dem thema unterhalten. so einiges habe ich schon rausgefunden. ich weiß nur nicht wie man sich hier erreichen kann. email posten ist mir zu gefährlich. 🙂

        • Hallo isa,
          vielen Dank für Deine Infos. Ja, gern können wir uns mal privater unterhalten. Ich lasse mir was einfallen wie wir an unsere gegenseitigen emailadressen oder ähnliches kommen können, ohne das der Öffentlichkeit kundzutun.
          Ich melde mich.
          Danke für Deinen Beitrag und ganz liebe (duft- und chemikalienfreie) Grüße
          Dagmar

          • Hallo Dagmar,

            hier habe ich noch einen Link zum Thema HPU, was ja oft Ursache von MCS (chemische Sensibilität ist). Es handelt sich hier um eine Gruppe auf Facebook, die sich untereinander zum Thema HPU austauscht. Hier findest du auch mich! 🙂

            facebook-Gruppe

            Sonnige Grüße
            Isa

  5. Mir ist es auch schon passiert, daß ich durch das Einatmen von extremen Parfum- und Zigarettenrauch Kopfschmerzen bekommen habe. Des weiteren vom Benutzen von Deodorants. Nicht nur Kopfschmerzen hatten die Deos bei mir ausgelöst sondern auch heftige Niesattacken, die minutenlang andauerten und so schlimm waren, daß ich dann für den gesamten Tag eine verstopfte Nase hatte. Deos sind bei mir konsequent gestrichen.

    Die Industrie will dem Kunden eben vermitteln, daß einfaches Waschen nicht mehr reicht, sondern dieses und jenes her muß, damit Mensch sauber ist. Wenn ich schon den Schmarrn von antibakteriell höre. So ein Unfug. So ein Mittel wird nur in Haushalten gebraucht, wo Menschen sich vor Bakterien schützen müssen, weil …. oder in Kliniken müssen solche Produkte verwendet werden. Aber doch nicht im normalen Haushalt. Je weniger Keime den normalen, gesunden Menschen umgeben, um so anfälliger wird sein Immunsystem für Krankheiten.

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