Müll

Unsere Vorfahren lebten in der Stein-, Bronze- oder Eisenzeit. Wir leben im Plastikzeitalter, auf dem Plastic Planet. Vom Schnuller und kunterbuntem Kindergeschirr über Zahnbürsten und Outdoorjacken bis hin zu Plastikflaschen, Plastiktüten und dem plastifizierten Verpackungswahn jedes erdenklichen Gegenstandes, ob in der Drogerie, Apotheke, Supermarkt, Kaufhaus oder Boutique. Nicht nur, dass wir uns damit zumüllen – schon jetzt ließe sich unsere Erde sechsmal in den Kunststoff einpacken, den wir seit 100 Jahren produziert haben –, wir muten auch der Umwelt extrem viel zu. Zu viel. Die Meere sind inzwischen so von der Plastikpest verseucht, dass einige Fischer mehr Plastikmüll als Fisch in ihren Netzen haben. Seevögel füttern ihre Jungen mit Plastikfetzen, die daran kläglich zugrunde gehen. Fische verwechseln Plastikpartikel mit Plankton und vergiften sich. Im nordöstlichen Pazifik treibt eine Plastikinsel, »The North Pacific Gyre« genannt, die jetzt schon achtmal so groß ist wie Deutschland. Und wächst. Und wächst. Und wächst. Derartige schwimmende Plastikmüllhalden entstehen in allen Weltmeeren – auch im Mittelmeer. Plastik ist aber nicht nur eine Müllseuche, sondern zuallererst ein Ölprodukt. Die Ölmenge, die für die Produktion der nur in Deutschland jährlich verwendeten Plastikverpackungen benötigt wird, entspricht jener Menge Öl, die 2010 bei der Deepwater-Horizon-Katastrophe in den Golf von Mexiko geflossen ist.

Obendrein verursacht allein der Boom der Einwegplastik- respektive Polyethylenterephthalat (PET)-Flaschen zusätzliche CO2-Emissionen von 1,4 Millionen Tonnen. Pro Jahr. Tendenz steigend. Doch Einweg ist ein so herrliches Milliardengeschäft für die Verpackungsindustrie – in Deutschland werden jährlich zehn Milliarden PET-Flaschen verkauft –, dass die alles daransetzt und immer neue Marketingstrategien austüftelt, um es weiter voranzutreiben. Unterstützt wird sie in Sachen PET-Flaschen leider durch das gut gemeinte und im Hinblick auf sortenreines Recycling auch gut funktionierende Pfandsystem; denn viele Menschen, die ihr Wasser aus den ach so praktischen Plastikflaschen trinken, haben dabei sogar ein gutes Gewissen, schließlich werden die Flaschen ja, wenn sie zurückgegeben wurden, recycelt. Das stimmt. Zumindest teilweise. Allerdings machen insbesondere die Discounter, die voll und ganz auf Einweg setzen, damit gleich noch einmal einen Batzen Geld, indem sie die brav zurückgegebenen Einweg-PET-Flaschen an die Recyclingindustrie verkaufen. Und bei einer Rücklaufquote von erfreulichen 98,5 Prozent in Deutschland kommt da so manche Tonne Einwegplastik zusammen. Besonders hoch ist der Plastikbedarf in China, wo man aus unserem PET-Einwegplastik unter anderem Pullover, Trainingshosen und Jacken herstellt. Bei rund 16 Flaschen je Pullover rechnet sich das schnell … Nur leider nicht für unsere Umwelt: Forscher warnen vor dem Mikroplastik, das bei jedem Waschen erst ins Abwasser, dann ins Meer und schließlich in die Nahrungskette gerät.

Die Abgabe von Kommentaren auf dieser Website war in der Zeit von Mai bis Dezember 2013 möglich. Wir haben uns sehr über die vielen engagierten Beiträge gefreut. Aus zeitlichen Gründen können wir eine dauerhafte redaktionelle Betreuung nicht mehr aufrechterhalten, so dass wir die Blogfunktion ausgesetzt haben. Wir bitten um Verständnis.

  1. Mikroplastik

    Wo ist überall Mikroplastik enthalten?

    -Lebensmittel (bspw. Ketchup, manche erinnern sich, früher musste man den Ketchup schütteln weil sich oben Flüssigkeit abgesetzt hat), die Auswirkungen sind mir nicht bekannt, es wird davon ausgegangen das die Plastik über den Stuhl wieder ausgeschieden wird. Ich habe da meine Zweifel, darum meide ich solche Nahrungsmittel. Kennt jemand weitere Beispiele? Bitte ergänzen.

    -Kosmetik

    – Mikroplastik entsteht überall wo Plastik mit Plastik oder anderen Materealien reibt. Bspw. Kleidung durch Benutzung, Möbel mit synthetischen Bezügen (Sitze in öffentlichen Verkehrsmitteln!), Verpackungen beim Transport uvm.

    -Synthetischer Kautschuk ist Plastik. Dieser ist enthalten in Reifen und Schuhsohlen. Dieser Abrieb ist auch Mikroplastik und gelangt durch den Wasserkreislauf auch in die Flüsse und das Meer. In Reifen sind u.a. auch Cadmium, Weichmacher, Rußpartikel, Aktivatoren, PAKs, Alterungs- und Lichtschutzmittel enthalten. PAKs(polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sind Benzolverbindungen und gelten als krebserregend. Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wird der anfallende Reifenabrieb in Deutschland auf 60 000 bis 100 000 Tonnen pro Jahr geschätzt.

    -Jegliche anderer Plastikmüll der in der Umwelt zerfällt und wird zu Mikroplastik.

    Ergänzungen sind erbeten. Ich bezweifle das ich alle Fassetten erfasst habe. Wenn ich mir das so ansehe, sehe ich nur eine Möglichkeit um die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. Auf jegliche Plastik soweit es geht verzichten und wenn entsprechend entsorgen wie auch jeglichen individuellen Personenverkehr auf das Nötigste beschränken.

    Die Diskussion über die Plastiktüten empfinde ich bei diesem Ausmaß als Nebelkerze.

  2. Schon immer wenn ich Bananen kaufe, wähle ich die Bananen aus, die ich haben möchte und klebe das Etikett nach dem Wiegen direkt auf eine Banane, ohne sie vorher in dünne Plastiktüte zu verpacken. Wozu auch, die Bananen haben doch die Schale als Verpackung.
    Gestern war ich mal wieder Bananen in einem Supermakt einkaufen und direkt nach mir drei weitere Personen. Diese packten ihre Bananen aber ganz selbstverständlich in so eine dämliche Tüte ein. Einen älteren Herrn sprach ich darauf an und sagte, die haben doch ihre eigene Verpackung. Jedoch ignorierte er mich gänzlich. Eine älte Frau sprach ich ebenfalls darauf an. Mit heruntergezogenen Mundwinkeln entgegnete sie nur: Ich darf die doch einpacken!! Ich finde es schlimm, dass einfach ohne nachzudenken viele Menschen immer noch so wie selbstverständlich Müll produzieren und dann auch noch mit totalem Unverständnis reagiert wird, wenn man darauf aufmerksam machen möchte. Boah, Leute wacht auf und denkt doch mal nach!!!!

    • Hallo,

      wir werden die Menschen nicht ändern. Die Menschen stellen ihre Gewohnheiten nur in Frage bspw. aus wirtschaftlichen Gründen. Irland hat es vorgemacht, eine Abgabe auf Plastiktüten von 22 Cent. Der Verbrauch ist im etwa 90% dadurch zurück gegangen.

      Viele Grüße

      Jan

  3. Online-Red.

    Endlich will die EU den Plastiktütenmissbrauch bekämpfen und deren Konsum deutlich einschränken.
    Eine Steuer, wie sie in anderen Ländern üblich ist, könnte da sehr helfen.

    Interessant, dass Hannes Jaenicke diese Diskussion bereits im Mai in seinem Buch geführt hat, worin es heißt: „Im Supermarkt gibt’s die Plastiktüten für Peanuts, überall sonst werden einem diese preiswerten Werbeträger sogar kostenlos hinterhergeschmissen. Und so mausern sich viele Haushalte irgendwann zu einer wahren Plastiktütensammelstelle. Besonders Clevere meinen, eine gute Tat zu tun, wenn sie die Plastiktüten als Müllbeutel verwenden. Doch um einfach verbrannt zu werden, sind sie aufgrund ihrer Rohstoffe zu kostbar.
    Also: Wer bereits Plastiktüten zu Hause hat, sollte sie so oft wie möglich wiederverwenden (Re-use) und wenn nötig über die Gelbe Tonne entsorgen.“

    • Hallöchen,

      das begrüße ich auch!

      Allerdings bin ich im Bezug auf Mülltüten anderer Meinung. In manch einer Hausordnung bei Mietern werden Mülltüten vorgeschrieben. Bei Hauseigentümer kann das die Kommune, glaube ich, vorschreiben. In eng besiedelten Wohngebieten, wenn ich da an benutzte Damenbinden oder Windeln im Sommer denke, ist dies auch keineswegs sinn frei.

      Zum gelben Sack, da gab es kürzlich eine Fernsehsendung „Der grüne Punkt auf dem Prüfstand“, dort wurde gesagt, dass 70% aller gelben Säcke unsortiert in der Müllverbrennungsanlage landen in Deutschland. Bei meinem Entsorger sind es nahezu über 90%. Auch da ist viel Verarsche! Bei mir ist es fast egal ob ich eine Plastiktüte im Restmüll entsorge oder im gelben Sack. Ich sortiere trotzdem. Dennoch sind nicht die Plastiktüten das Problem, sondern wir Menschen, unser Konsum wie auch unsachgemäße Entsorgung. Ich meine damit den Plastikverpackungswahnsinn in den Supermärkten der Industriestaaten sowie ein Konsum der sich nicht nach dem Bedarf orientiert.

      Viele Grüße

      Jan

      • Hallo Jan,

        das mit der Müllverbrennung kann ich nur bestätigen! Die Bewohner unseres Städtchens haben in ihren Haushalten alle notwendigen (?) Mülltonnen, die mit satten Gebühren und den entsprechenden speziellen Fahrzeugen zu verschiedenen Terminen gelehrt werden. Außerhalb lebende Mitbürger bekommen ihren Müll ebenfalls mit einem „Spezialfahrzeug“ abgeholt, der Unterschied besteht nur darin, das ALLE Müll Arten, also Hausmüll, grüner Punkt, Papier und sogar Sperrmüll, in diesem Müllfahrzeug zusammen abgeholt werden!
        Auf meine Frage bei der ersten Abholung sagte mir der Fahrer, das die komplette Ladung zur Müllverbrennung gehe, damit diese rund um die Uhr „Futter“ hat. Ich vermute mal, das dieses doppelte System den Städten und Gemeinden mehr Einnahmen bringt als die normale Entsorgung.

        Und so hat schließlich jeder etwas davon: die Müllverbrennung hat Futter (und die Gemeinde Einnahmen), vielleicht wird auch der getrennt abgeholte Müll den entsprechenden Aufkäufern/Verwertern zugeführt (wenn der Preis stimmt), der Müll Entsorger verdient prima, und wir freuen uns über die immer weiter steigenden Gebühren! Ist doch alles gut, oder?

        Viele Grüße

        Peter Ott

        • Hallo Peter,

          ich würde da sogar einen Schritt weiter gehen und von organisierter Kriminalität sprechen. Der Gelbe Sack, die Verpackungen, haben die Konsumenten bereits die Entsorgung bezahlt beim Kauf der Verpackung. Ebenso den Inhalt der blauen Tonne. Wenn man diese dann nicht, wie man den Menschen glauben machen will, einem Recycling zuführt, wofür die Menschen auch die Gebühren bezahlen, sondern verbrennt, ist das Betrug. Und damit nicht genug, der kostenlose Brennstoff in den Müllverbrennungsanlagen wird in Energie umgewandelt für den die Kunden wiederum bezahlen. Deshalb haben Müllverbrennungsanlagen Umsatzrenditen wie keine andere Branche. Jedes andere Kraftwerk muss seinen Brennstoff kaufen, Müllverbrennungsanlagen bekommen noch die Müllgebühren für ihren Brennstoff. Und die Kommunen verdienen fleißig mit.
          Wie war das mit Gebühren? Sollten diese nicht nur die anfallenden Kosten abdecken?

          Viele Grüße

          Jan

  4. Ich verstehe nicht, daß im Kapitel über Müll die viele Verpackung kritisiert wird, jedoch keine wirklichen Alternativen aufgezeiugt werden. Warum erinnert man nicht daran, daß man auch auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen von (Bio-)Bauern ganz ohne Plastiktüten einkaufen kann: frisch, regional und saisonal. Allerdings setzt das ein wenig Zeit und Kenntnisse des Kochens voraus, die heute ja nicht mehr jeder hat.
    Haben Sie Angst, die Supermärkte und Discounter würden klagen, weil man ihnen ihre Kunden vertreibt?
    So jedenfalls wissen vierle nicht, wie sie reagieren sollen.

    Da wird auch nur erwähnt, daß es nach dem Film „Plastic Planet“ eine Familie versucht hat, fast plastikfrei zu leben, aber nennen will man die Familie nicht. Auch fehlt ein Hinweis darauf, daß es von dieser Familie einen Blog gibt, wo auch Alternativen für Plastikgegenstände im Alltag genannt werden.

  5. Hallo Allerseits,

    ich habe das Buch erst auf der Frankfurter Buchmesse bekommen, allerdings noch nicht gelesen. Aber der Videoclip macht mich schon sehr neugierig. Vor allem das Ende, in dem Hannes Jaenicke den WWF auffordert, zu erklären, warum sie so eine Scheiße unterstützen.
    Die gleiche Frage stellte ich mir im Fall der Rosenfarmen vom Lake Naivasha. Dort werden die Farmmitarbeiter gnadenlos ausgebeutet. Einige Rosenfarmen tragen sogar das Fair-Trade-Siegel. Als ich Fair Trade ansprach, begründeten sie ihre Zustimmung unter anderem damit, dass ihre Arbeiter rund 50 Euro statt 47 Euro im Monat erhalten!
    Siehe:
    Beitrag aus dem Berliner Kurier

    Es ist schon erschreckend, wie Menschen mit Menschen umgehn. Und die dann sich dann noch wundern, warum die Afrikaner aus dem sonnigen Afrika in das kalte Europa auswandern wollen.

  6. Wenn auch für viele, die das Buch lesen oder auch nur diese Seite durchstöbern nicht viel Neues zu erfahren ist, so braucht doch eine grosse Mehrheit noch Denkanstösse. Vor ein paar Jahren habe auch ich noch relativ bedenkenlos an der Kasse nach Tragetaschen gegriffen, mittlerweile kann ich es kaum fassen, dass Europäer im Durchschnitt 500 Tüten im Jahr verbraten.
    Ich bin durch ein Interview auf das Engagement von Jaenicke aufmerksam geworden und finde es klasse und wichtig, dass wir von allen Seiten zu einem Umdenken bewegt werden. Wir können schimpfen über ignoranten aber wir können auch in den Dialog gehen und in unserem Bekanntenkreis auf Möglichkeiten hinweisen.
    Die Politik kann und muss hier unbedingt deutlich mehr Informationen liefern.
    Interview mit Hannes Jaenicke

  7. Vielleicht bin ich zu schlau für das Buch. Keine Infotiefe. Zusammenhangslos. Nix Neues. Schade. Hab’s ins Altpapier geworfen. War doch richtig, oder?

    Herzliche Grüße
    Tanja Heller

    • Wären Sie Schlau, hätten Sie zum einem die Zusammenhänge erkannt und zum anderen sich diesen Kommentar gespart. Für mich war auch nicht viel Neues in dem Buch, dennoch war es eine andere Perspektive und eine Bestätigung der eigenen Erfahrungen. Ebenso verwende ich das Buch im Bekanntenkreis, um andere zu sensibilisieren. Der Promi-Faktor von Herrn Jeanicke ist dabei sehr hilfreich und Menschen die ich als Systemlemminge bezeichne setzen sich mit der Problematik dann doch eher mal auseinander.

      Ein schlauer Mensch hätte das Buch verkauft oder verschenkt. Aber die Fische, die Frau nicht fängt, sind ja immer groß.

    • Hallo Tanja Heller?
      Das Buch ins Altpapier zu werfen ist meiner Meinung nach unüberlegt. Du hättest es weitergeben können, vielleicht auch an jemanden, der noch nicht so viel über die angesprochenen Themen weiß wie Du. Und ein paar Sachen werden schon dabei gewesen sein, die auch für Dich neu sind!?
      Außerdem würde ich keine 17,99 € ausgeben ( hab ich zumindest bezahlt), und das Buch dann einfach wegwerfen. So viel Geld kann ich nicht gerade mal so aus dem Fenster werfen.
      Das ist meine Meinung! Du hattest ja gefragt, ob Deine Entscheidung richtig sei!
      Ich finde:NEIN
      Grüße aus der Kurpfalz

    • wenn Sie meinen…
      ..manchmal geht´s wohl einfach um Provokation…
      die meisten, die sich hier zu Wort melden, teilen Infos, die nicht im Buch stehen, Filme, Büchertipps und Links werden vorschlagen, mal mehr und mal mit weniger Nachdruck.. kann man nicht alles wissen, außer man ist Politikerin, Lobbyistin, bei Greenpeace, Ökobauer, Windenergieingenieur, Meeresbiologin, Vollzeitaktivist, Dokumentarfilmer, in der Kosmetikbranche tätig, Modeexpertin oder guckt 24 Std. am Tag fern (auch nicht gut! ;-).. alles auf einmal.
      Das bezweifel ich.
      🙂
      Wenn dem so ist, würde das Fernsehen vorbeikommen.

      • Hallo Angie, wie wahr!Du sprichst mir aus vollem Herzen!!!Doch jeder kann nur seine Weg gehen und wir Menschlein DAZULERNEN,wenn wir es denn so wollen.
        Bist Du die angie, die verresit war?Wenn ja, herzlich willkommen wieder Daheim!
        Gruß Petra Koschnik

        • Die Grande Dame Barbara Rütting hat ein neus ,tolles Buch herausgebracht:vegan &vollwertig, von Feinsten.

  8. Hallo Hr. Hannes Jaenicke,
    ich ging diese Woche (36.Wo 2013 ) in den Marktkauf in Stuttgart – Feuerbach zum einkaufen.
    Nach dem bezahlen frug ich nach einer bis dahin bereitgestellten Papiertüte und bekam als Antwort, sie wurden seit einem Monat ersatzlos abgeschafft. Ich solle eine Plastiktüte kaufen.
    Es lebe der Plastikmüll

    • Warum denn eine Plastiktüte kaufen MÜSSEN? Im übrigen ist auch eine Papiertüte nicht soviel besser, da sie ja auch meist nur einmal benutzt und dann weggeworfen wird. Dennoch waren Produktion und Transport der Tüten zum Händler nötig – alles unnötiger Energieverbrauch.

      Warum nehmen Sie sich denn keinen Beutel zum Einkaufen mit, egal ob aus Jute, Baumwolle oder meinetwegen als Tasche aus recycelten PET-Flaschen?
      Ein Baumwiollbeutel benötigt nicht viel Platz, wiegt nicht viel und man hat immer etwas dabei, wenn man „plötzlich und unerwartet“ einlkaufen muß/will.
      Meistens weiß man jedoch, daß man einkaufen will und kann sich so organisieren, daß man dann nicht nur ans Portemonnaie, sondern auch an einen Beutel zum Transport der Waren denkt.

      Einen Tip bezüglich eines Baumwollbeutels habe ich noch: bei dm gibt es farbige Pfand-Baumwollbeutel für 2 Euro, die in Augsburg hergestellt werden, aus Bio-Baumwolle (man muß die Arbeiter auf den Baumwollfeldern in der Türkei ja nicht vergiften durch das Sprühen von Pestiziden!), die in Deutschland ökologisch verarbeitet und zu Beuteln wird und so die Textilindustrie wieder nach Deutschland holt (Die Angestellten dort hatten keine Chance auf dem Arbeitsmarkt und produzieren nun Beutel und Bekleidung zu einem Stundenlohn von 10 Euro.) Man sieht also, sogar für Textilien aus Deutschland ist ein Mindestlohn bezahlbar und der Betrieb läuft gut!
      Es ist, wie oben erwähnt, ein Pfand-Beutel – wenn er kaputt ist, bekommt man ihn gegen einen neuen getauscht oder die 2 Euro zurück.
      Wenn das kein Angebot ist ….

      • Hallo Herr Hans,

        das mit den Pfandbeuteln ist genial. Würde ich auch in Betracht ziehen.

        Ich nutze Radtaschen von Vaude, die sind zwar aus Plastik (Rückenplatte, die Roadmaster aus synthetischem Gewebe wie die Aqua Backs aus einem Material, welche den Lkw-Planen gleich kommt). Aber dafür ist der älteste Taschensatz (4Taschen) jetzt 12 Jahre alt und von den Gebrauchsspuren her sehe ich kein Problem das die noch weitere 12 Jahre halten werden. Kann ich auch empfehlen für Radfahrer.

        Plastiktüten kaufe ich gar nicht. Ich sammle die im Bekanntenkreis. Diese kleinen Einwegtüten aus dem Supermarkt für Obst und Gemüse nutze ich als Müllbeutel (da brauche ich 1 Beutel in 2 Wochen, andere Tüten wäre zu groß für mich) wie andere gebrauchte Plastiktüten bspw. wenn ich Altglas zum Container fahre, damit die Radtaschen von innen nicht verschmutzt werden bspw. durch Flaschen, wo Öl enthalten war. Die paar Taschen in meinem Haushalt sind schon viele Jahre alt und unzählige male benutzt.

        Noch ein Tipp. Bei Aldi-Nord gibt es Kartoffelsalat und Krautsalat im Kühlregal, jeweils 1 Kg. Diese Behälter sammle ich im Bekanntenkreis auch ein, da ich diese Produkte nicht konsumiere. Die Etikette sind leicht abzuziehen, die Behälter sind resistent genug für den Geschirrspüler und ideale Behälter zum einfrieren von Lebensmittel. Sie sind absolut Dicht und die Füllmenge entspricht bspw. bei Suppe für mich genau 1 Mahlzeit. Ich koche auch gelegentlich, nicht immer, Hundefutter, ich sammle verdorbene Tierleichenreste im Bekanntenkreis und mache daraus so eine Art Hühnerfrikasse, nur eben ohne Gewürze. Da kann ich gut auch Gemüsereste von mir mit verarbeiten. Da sind diese Behälter, die bei anderen nur im Müll landen, sehr gut geeignet.

        Viele Grüße

        Jan

  9. Ein Lob und Dankeschön an Hannes Jaenicke.

    Die Sache mit dem Sprudler ist genial. Ich habe mir den Sprudler von Sodastream besorgt und bin begeistert. Der Kohlensäuregehalt kann individuell gehandhabt werden und der Sirup, welche Sorte auch immer ist sehr ergiebig. Man braucht recht wenig.

    Und am Besten ist, ich tue was für die Umwelt mit Verzicht auf massenweise PET Flaschen. Nur so kann man Unternehmen zu Einlenken zwingen. Man muss sie am Geldbeutel treffen. Anzeigen, Gerichtsverfahren mit ungewissem Ausgang. Alles Käse. Dauert viel zu lange und Ausgang ungewiss. Von den Kosten möchte ich gar nicht reden.

    Solidarität ist das Stichwort. Um so mehr Menschen sich bei vielen verschiedenen Dingen beteiligen, umso größer der Erfolg.

    Nerven- und geldschonend. Einfach nur sagen:

    „Ich kaufe eurer Waren nicht mehr!“

    Michael F.

    • Hallo Michael,
      alles ist schön und gut. Man muss keine Wasserflaschen mehr schleppen, aber beobachte ganz genau deine / eure Gesundheit. es bilden sich nämlich Keime im Flaschenkopf, den man nicht reinigen kann und die sind gesundheitsgefärlich. das war ein lange Zeit ein Problemfall in meiner Anverwandschaft, da es nicht sofort erkannt wurde. Stiftung Warentest hat dieses Problem auch bemängelt.

  10. Sich mit Fleisch ernähren, hat meiner Meinung nach sehr wohl etwas mit Müll zu tun. Gülle ist nichts anderes als Sondermüll, mit Antibiotika und Hormonen vergiftet, die unser Trinkwasser mit verseuchen. Biogülle ist auch nicht viel besser. 51% der CO2 Abgase entstehen durch Tierhaltung, Müll der überflüssig ist. Biofleisch ist da auch keine Lösung. Wenn jedem Tier 2qm artgerechte Nutzfläche zur Verfügung gestellt würde, entspräche das einer Fläche von 142.226,476 km2. Die Fläche Deutschlands 357.111,91 km2!!. Laut Statistisches Bundesamt Fachserie 3 Reihe 4.2.1 „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ Schlachtungen und Fleischerzeugung 4. Vierteljahr und Jahr 2012. erschienen am 13. Februar 2013 wurden 71.113.238 Tiere im Jahr 2012 in Deutschland geschlachtet.

    • Hallo Herr Pruß,

      Ihre Zahlen mögen ja einer gewissen Statistik standhalten, aber bitte denken Sie an die zahlreichen Konsumenten von Wildfleisch. Gülle bei Wildtieren? Antibiotika bei Wildtieren? Und so weiter uns so fort…
      Was verstehen SIE unter Biofleisch? Doch nur das gequälte Tier, oder?
      Wenn nicht,
      dann gehen Sie bitte in den Wald und rotten Reh, Wildschwein, Hase, Hirsch usw. aus…

      Gruß
      Peter s.

      • Das Schlimme ist, daß die Unfähigkeit zu denken so oft mit der Unfähigkeit zu schweigen Hand in Hand geht. (Hans Krailsheimer)

      • Ich bin mir nicht sicher, wie sie von Massentierhaltung auf Wildtiere kommen? Und ich finde es geschmacklos, dass ich in den Wald gehen soll und Reh, Wildschwein, Hase, Hirsch usw. ausrotten soll. Was haben sie für eine gewalttätige Logik? Aber wenn wir schon bei Wildtieren sind. Meinten sie etwa die 40 % der weltweit für die landwirtschaftliche Nutzung gehaltenen Wildtiere aus Neuseeland? Diese setzten sich zu 85 Prozent aus Rothirschen, zu 12 Prozent aus Wapitis und zu 3 Prozent aus Damhirschen zusammen. Tiere die ursprünglich als Neozoen in Neuseeland angesiedelt wurden. Zum Vergnügen von englischen Adeligen, die Spaß am töten bzw. jagen hatten. Die hatten ihren Kopf vermutlich auch nur, damit es ihnen nicht in den Hals regent. Oder meinen sie die Wildtiere, die in Gatter eingesperrt sind, damit sich Menschen in sogennanten Wildparks beim Füttern belustigen können. Die dann im Herbst/Winter geschlachtet werden, um als Wild auf den Tellern von Karnivoren zu landen? Oder die Wildtiere, die von Jägern, die erst zuviele Wildtiere heranwachsen lassen, damit sie ihrer Lust am töten befriedigen können? Die landen dann beim Wildtieresser auf dem Teller und verursachen Bleivergiftung. Übrigens haben viele Raubvögel ebenfalls Bleivergiftungen, weil sie verendetes Wild fressen, weil Jäger in ihrem besoffenen Kofp es nicht immer schaffen einen tötlichen Schuss anzusetzen. Wirkliche Wildtiere werden immer weniger, weil der Regenwald stirbt und die meisten Menschen Ignoranten sind und Fleisch essen.

        • Hallo Herr Pruß,
          vielen Dank für Ihre Antwort auf meine – zugegebenermaßen – provokative Äußerung, die keineswegs gewalttätig gemeint war. Ich habe mich bezogen auf die 1,85 Mio (in 2011) geschossenen Wildtiere in den Deutschen Wäldern. Keines dieser Tiere wurde gequält, geimpft und zur Schlachtbank getrieben. Das Wild, das ich von meinem Teller esse, wird von einem nüchternen Jäger, ohne Mordlust fachmännisch geschossen. Das Tier hat zuvor keine Angst erlitten und war somit keinem Stress ausgesetzt.

          Ich denke nicht so global wie Sie. Ich versuche, vor meiner eigenen Türe zu kehren, so wie ich mir auch meine gesunde Nahrung aus dem Umland beschaffe. Ich versuche, meine Nachbarn und Freunde davon zu überzeugen, dass die Produkte aus den Discountern und aus Massentierhaltung nicht gekauft werden sollten. Jedoch tue ich das ohne Aggressivität, ohne zu missionieren und ohne zu äußern dass „Fleisch Müll ist“.

          Da ich mich seit einiger Zeit auch auf veganen Webseiten informiere, ist mir eine immer größer werdende Aggressivität gegenüber nicht-Veganern und sogar Vegetariern aufgefallen. Das bedauere ich, da ich denke, dass es einem Teil der ökologisch denkenden Menschen eher die Augen verschließt.

          Gruß
          Peter S.

          • Sehr geehrter Herr Seifert,
            Ich habe nicht geschrieben, dass Fleisch Müll ist, sondern ich habe Gülle aus der Massentierhaltung gemeint.
            Ihre provokativen Äußerungen sind also nicht aggressiv? Weil sie Fleisch essen!
            Meine provokativen Äußerungen sind aggressiv? Weil ich kein Fleisch esse! So hat jeder seine Erfahrungen gesammelt. Meine ist folgende, Fleischesser kann man mit Wattebäuschchen bewerfen (Argumente gegen Fleisch), und sie tun so, als ob man ihnen Daumenschrauben angelegt hätte.

            Müll: Munitionsrückstände

            Eine weitaus große Gefahr liegt verborgen und unbemerkt in Böden und Gewässern. Die Rede ist von Blei-Schrot sowie anderer Munitionsvarianten. Jährlich werden ca. 1500 Tonnen dieses toxischen Schwermetalls durch das Hobby Jagd in unserer Natur verteilt.

            Informationen über Zwangsbejagung

            H.P.

          • Deutschland wurde erfolgreich boulevardisiert! Veganer gegen Tierleichenteileesser, Autofahrer gegen Radfahrer, Raucher gegen Nichtraucher usw. Jeder gegen Jeden! Jeder erhebt Anspruch auf seine Perspektive und pflegt sein Feindbild. Das ist bequem, so muss man nicht wirklich sich mit Andersdenkenden und erst recht nicht mit den eigenen Defiziten auseinander setzen. Man weiß ja schon alles (Wer denkt zu sein hat aufgehört zu werden).

            So sind wir leichter manipulierbar, wir sind beschäftigt und abgelenkt. Vor allem uneinig. Scheinbar werten wie uns sogar auf, denn die eigenen Defizite werden blasser wenn wir die des Anderen thematisieren.

          • Je nachdem, woher das Wild stammt, ist es auch noch radioaktiv verseucht. Das gilt im übrigen auch für Waldpilze wie den Steinpilz und besonders für Pfifferlinge, die fast alle aus dem Osten kommen.
            Tschernobyl liegt zwar schon 27 Jahre zurück, die Radioaktivität in den Böden besteht aber immer noch!

          • Nicht Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein,
            sondern Gewinn. (Joseph Joubert)

  11. Hallo Herr Jaenicke,

    möchte hier nocheinmal ein Kommentar abgeben 🙂 Ihr Buch habe ich schon vor einigen Wochen gelesen. Es ist verständlich geschrieben und sehr interessant!!!! Habe es schon weiter gereicht zum lesen!
    Ansonsten sind wir zu Hause umgestiegen auf Soda:) wir kaufen keine Plastikflaschen mehr und auch meine ganzen ,,tollen“ bunten Tüten habe ich aus dem Hause verbannt! Also wir sind schon zwei die umgedacht haben und auch weiter machen und darüber reden!!! Vielen Dank für dieses tolle Buch, dass letztendlich dazu beigetragen hat, für uns etwas zu ändern! Wie gerne würde ich mich mit Ihnen über Ihre Arbeit als Umweltschützer unterhalten…..
    PS.: auch als Schauspieler sehe ich Sie gern 😉

    Liebe Grüße
    S.Bajohr

  12. generell Finger weg von Milch und Milchprodukten. Diese auf Dauer konsumiert macht viele Leute krank.Und die armen Milchkühe erst. mit ihren Hochleistungseutern. TIERQUÄLEREI. Und warum?Weil uns auch hier immer eingebläut wird, ach wie gut ist doch Milch für uns!

    • Frau Tesch,

      obwohl Sie sich in der Rubrik geirrt haben, möchte ich Ihnen hier auf Ihr Unverständnis antworten:
      Unser Quark und Jughurt kommt meist vom Demeterhof in Gläsern. Der Käse kommt vom gleichen Hof und mit Sicherheit von keinen gequälten Tieren mit Hochleistungseutern.

      Und ich sage Ihnen noch etwas. Wir besitzen sogar eine „Kuhaktie“ um den Demeterhof zu unterstützen. Als Ausschüttung gibt es jedes Jahr einen kleinen Teil an Milchprodukten für uns.

      Warum immer diese Schwarzmalerei?… ich kanns bald nicht mehr hören.

      Gruß Peter S.

      • Hallo Peter,

        Demeter ist schon OK. Luxusbio für den Mainstream. Mein Biolieferant (und nicht nur meiner) verzichtet auf Siegel. Man zahlt viel für das Siegel ohne seine Gewohnheiten in Frage zu stellen. Und gerade dies stelle ich in Frage. Das hat nichts mit Schwarzmahlerei zu tun. Auch andere Firmen verkaufen Aktien, bspw. Kriegswaffenhersteller.

        Viele Grüße

        Jan

        • Hallo Jan,

          mit Schwarzmalerei habe ich gemeint, dass man als Konsument von Fleisch und Milchproduckten von der Fraktion der Vegetarier und Veganer hier, sogleich als Unterstützer von Tierquälerei abgestempelt wird, ohne weiteres zu hinterfragen…

          Zu „demeter“: Ich kaufe keine Waren dieser Art in irgendwelchen Läden. Ich sehe, wenn ich auf dem Hof bin, wie sich die Inhaber mit ihrer Arbeit indentifizieren und mit Überzeugung Ihre Produckte herstellen. DA kaufe ich gern und zahle für gute Ware gern etwas mehr… Mit Luxusbio hat dies dennoch nichts zu tun!

          Gruß Peter S.

          • Hallo Peter,

            ist doch OK. Wenn es so ist. Aber es gab ja kürzlich eine Umfrage unter den Deutschen, ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber irgendwas zwischen 30 und 50% haben angegeben das sie nur Biofleisch kaufen oder bevorzugen. Der Marktanteil an Biofleisch liegt bei unter 3 %.

            Was schließen wir daraus. Das die Mehrheit nach außen hin viel behauptet und die Realität ist eine andere. Getreu dem Motto: Die Fische, die man nicht fängt, sind immer groß.

            Vielleicht bist du ja eine der wenigen Ausnahmen. Aber eben nur vielleicht. Schreiben kann man hier viel. Habe auch bitte dafür Verständniss.

            Die Wahrheit wird gelebt, nicht doziert!

            Viele Grüße

            Jan

    • Genau richtig, da kann ich nur zustimmen. Dazu darf ich allen folgendes Buch empfehlen: „China Study von T. Collin Campell“ gibt es seit einigen Tagen auch als Hörbuch, gesprochen von Christoph Maria Herbst.
      Wenn wir alle wüssten, was in der Wissenschaft schon längst als belegt gilt: Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Ernährung und der Entstehung chronischer Erkrankungen! Der renommierte Ernährungswissenschaftler T. Colin Campbell leitete die sogenannte China Study, die umfassendste Studie über Ernährung, Lebensweise und Krankheit in der Geschichte der biomedizinischen Forschung. Beteiligt waren zwei westliche Universitäten sowie die Chinesische Akademie für Präventivmedizin. Die Studie belegt eindeutige Zusammenhänge zwischen tiereiweißreicher Ernährung und der Entstehung von chronischen Erkrankungen. Um die Vorteile einer veganen Ernährung zu untermauern, haben die Autoren hunderte weiterer ernährungswissenschaftlicher Studien ausgewertet. Ihre Ergebnisse fassen sie in diesem Buch auf verständliche und anschauliche Weise zusammen. Unser Ernährungsverhalten beeinflusst unsere Gesundheit, aber auch die Entstehung von Krebs, koronaren Herzerkrankungen, Diabetes, Adipositas und Autoimmunerkrankungen, wie Multiple Sklerose und Rheuma. Die Autoren geben konkrete Ratschläge, wie wir durch vegane Ernährung gesundheitliche Vorschädigungen und chronische Erkrankungen erfolgreich bekämpfen können.

      • Hallo Herr Pruß,

        Bei Lebensmittel hier hatte ich das auch schon angeschnitten. Da muss man nur nach Indien fahren, wo sich ein Großteil der Bevölkerung aus religiösen Gründen vegan ernährt, die von ihnen erwähnten Krankheiten sind dort weitgehend unbekannt. Das Problem was wir nur haben ist die Tatsache, das eine Industrie, die ich nicht gerade als klein bezeichnen würde, die viel Geld mit sowas verdient, niemals die Nachteile ihrer Produkte eingestehen würde. Im Gegenteil, da werden Studien gemacht und Mediziner gekauft die das Gegenteil behaupten. Das Problem ist ja auch, das Ernährungsdefizite erst Jahrzehnte später zum tragen kommen. Allein diese Tatsache entlarvt gegenteilige Studien als Marketing.

        Wichtig ist mir auch noch zu erwähnen dass jegliche Umweltgifte, die Tiere durch ihre Nahrung etc. aufnehmen auch in ihrem Körper speichern und sich in sowohl im Fleisch als auch in der Milch konzentrieren. Gerade beim Anbau von Tierfutter glaube ich nicht, das die Bauern die Vorgaben für Pestizide wie auch Fungizide so genau einhalten wie bei menschlicher Nahrung, noch dazu in Südamerika. Durch die Reportage über billigen Kaffee wissen wir ja, wie in Brasilien mit Pestiziden umgegangen wird. Brasilien produziert auch Soja für unser Tierfutter. Jegliche Umweltgifte treffen die Spezies, die am Ende der Nahrungskette stehen, immer am schlimmsten. Fragt mal einen Bestatter was Krematorien heutzutage für Filter in den Schornsteinen brauchen. Wir sind Sondermüll! Durch die Konservierungsstoffe verwesen wir nicht mehr, wenn wir nicht verbrannt werden. Wir mumifizieren uns schon zu Lebzeiten.

        Seit wann werden Wachstumshormone in der Rinderzucht eingesetzt? Seit wann werden die Menschen immer früher Geschlechtsreif? Zufall?

        Als ich 2003 zum Veganer wurde wollte ich es nur mal probieren für 3 Monate, hatte ich mir vorgenommen. Einige im Bekanntenkreis waren es bereits und um es zu verstehen musste ich wissen wie das ist. Als ich begann dachte ich, ich müsste verzichten. Ich habe erst Mal 2 Wochen gefastet und stellte dann fest das dies ein Denkfehler ist. Man muss als Veganer auf nichts verzichten, im Gegenteil. Bspw. Fett, ich kenne Butter und Schmalz. Gerade Butter ist sehr dominant in der deutschen Küche. Jetzt habe ich Distelöl, Erdnussöl, Sesamöl, Arganöl, Walnussöl, Olivenöl, Maiskeimöl, Leinöl, Sonnenblumenöl wie auch Kürbiskernöl in der Küche. Nicht nur für den Salat. Kartoffelpüree bspw. schmeckt bei mir jedes Mal anders, da ich jedes Mal ein anderes Öl nehmen kann. Gerade bei Kartoffelpüree kann ich Erdnussöl empfehlen, nicht mein Favorit, aber meine Gäste schwören darauf, vor allem die Tierleichenteileesser, die Butter gewöhnt sind.

        Oder Fleisch, es gibt nicht nur Seitan, Tofu, Sojagranulat wie auch Lupine als Ersatz. Falafel nehme ich als Grundlage, muss nicht immer Kichererbsen sein. Gibt auch Wachtelbohnen, weiße Bohnen, Kidneybohnen, viele Sorten Linsen wie auch Erbsen. 2 Mal die Woche reicht das voll und ganz. Kann man sehr gut vorbereiten und einfrieren portionsweise. Statt Hartweizengrieß nehme ich gern Maismehl. Die Fassetten der veganen Küche sind grenzenlos. Wie viele Sorten Tierleichenteile gibt es im Supermarkt? Mit Geflügel fallen mir 5 ein. Wie viele Sorten Gemüse und Obst gibt es im selben Markt? Das ist mir früher nie aufgefallen. Geht mal durch die Gemüseläden und schaut selbst mal wie viele Sorten ihr nicht kennt und noch nie verarbeitet habt. Ich habe einige Sorten in den letzten Jahren neu entdeckt. Wir haben die Wahl, können uns entscheiden was wir essen.

        Attila Hildmann, ist ja hier bei Lebensmittel verlinkt (Jedes Essen zählt), kann ich sehr empfehlen. Seine Rezepte in der veganen Küche sind die Besten die ich kenne.

        Vegan ist anders. Aber keinesfalls muss man auf etwas verzichten. Meine Ernährung ist jetzt wesentlich vielseitiger geworden. Und warum ich dabei geblieben bin? Weil mein Körper sich verändert hat. Schon nach 4 Wochen habe ich mich geekelt vor Tierleichenteilen. Ich habe einen intensiveren Geschmack wie auch Geruchssinn entwickelt und fühle mich viel vitaler. Es geht mir besser ohne. Aber erst auf Abstand stellt man fest dass uns diese Produkte nicht gut tun. Wer es nicht probiert wird das nie verstehen.

        Viele Grüße
        Jan

  13. Hallo,liebes Team des Güterlohers Verlages,habe gestern abend vor dem zu Bett gehen Euer Video gesehen und herzhaft laut gelacht.Nicht über Euch, sondern über diese brilliante und wirklich gut gelungene Session.Habe sehr viel Freude uns Spaß daran gehabt.
    So seid Ihr mir symphatisch rübergekommen und nicht mehr so anonym.
    Weiter so und danke für diese Anregung(zum Nachmachen gedacht!?).
    In diesem Sinne herzliche Sommergrüße Petra Koschnik

  14. Nachtrag: und jetzt hat die Redaktion auch ein (mehrere) Gesicht(er)… schön! und Gruß. A.

  15. Online-Red.

    Um Müll bei uns im Verlagshaus zu vermeiden, haben wir auf Sprudlergeräte und Glasflaschen dafür umgestellt. Hier ein kleiner Einblick in unseren „Sprudel-Treff“:
    Film aus dem Gütersloher Verlagshaus

    Herzliche Grüße,
    Online Redaktion

    • Super!!! Gratulation 🙂
      Da fühlt sich Hannes bestimmt gleich wie zu Hause bei euch/Ihnen.
      Finde ich gut, weil diese Wasser“spender“ (die großen globigen aus Plastik) die sind nämlich eine wahre Bakterienansammlung.
      Prost! Weil ich mache zu Hause mit.
      Gruss Angie

    • Ach, übrigens..was ich noch sagen wollte:ein großes Kompliment für diese Plattform und deren Nutzer.Dummerweise?habe ich mutig meine mail-addresse und Telefonnummer an zwei Nutzerinnen bekannt gegeben und somit öffentlich ins Netz gestellt.Wider Erwarten, erhilet ich weder tonnenweise Werbung, noch ungewollte Anrufe oder mails.Super!Super!Super!
      Es gibt auch somit Positives zu berichten.Herzlichst Petra Koschnik-andere waren voller Skepsis und Zweifel sowie Mißtrauen,ob meiner mutigen Naivität und Unbewußtheit.Ich nennne es Vertrauen in die Dinge und diese Plattform aus Überzeugung
      Bei Übergriffen hätte ich mich zu wehren gewußt ädäquat und auch den Mut, mich vertrauensvoll an den Verlag zu wenden.Vielleicht lag es nur am Sommerloch oder ich wollte locken?Manchmal überfällt miich die Neugier und der Wagemut(mit allen Konzequenzen)

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.