DEXTRO ENERGY

DextroMein Beitrag für den Wettbewerb: die große Volksverarsche

  •  DEXTRO ENERGY

Mein Name ist Renate Weiß, ich bin 51 Jahre alt, Fachlehrerin für Hauswirtschaft, Ernährung, Textiles Gestalten und Werken und unterrichte seit 20 Jahren an einer BFS für Hauswirtschaft.

Mein Beispiel für eine Werbelüge habe ich ausgesucht, da ich immer wieder feststelle, dass meine Schüler keine Ahnung von den Inhaltsstoffen der Nahrungsmittel haben und das gilt auch für Zucker.
Zucker hat viele Namen und die Lebensmittelindustrie nutzt das Unwissen skrupellos für ihre übersüßen Produkte aus.
Denn die wenigsten Verbraucher lesen die Inhaltsstoffe und wenn, dann können sie nur mit dem Begriff Zucker etwas anfangen. Aber das Saccharose, Traubenzucker, Glukose, Fruktose genau dasselbe ist, wissen sie nicht.

Als ziemlich unverschämt und das Unwissen der Verbraucher über Jahre schon schamlos ausnutzend, ist der der sogenannte Energielieferant „Dextro-Energy“.

Jeder kennt dieses Produkt als „schnellen Energielieferanten – geht sofort ins Blut – dadurch sofort Energie bei Sport, Prüfungen und ähnlichen anstrengenden Situationen.

Folgende Aussage findet sich auf dem Produkt „DEXTRO ENERGY:
„Dextro Energy ist der schnelle Energiespender für zwischendurch und unterwegs. Dextrose geht direkt ins Blut und gibt sofort neue Energie für mehr Konzentration und Leistungsfähigkeit. Ideal bei der Arbeit, in der Schule und beim Sport.“

Besonders dreist ist ein Produkt mit kleinen Dextrosetäfelchen (gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen) – es wird hier zusätzlich mit dem Begriff: „SCHULSTOFF“ geworben und es ist eine typische Schultafel zu sehen, mit gestellten Schülerkritzeleien und die Adjektive: PRICKELND – FRUCHTIG – LECKER

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100 g dieser Dextrosetäfelchen enthalten 87 % Kohlenhydrate in Form von Dextrose (Traubenzucker) und Maltodextrin (Stärkezucker)!

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Eine Packung Dextro Energy enthält 50 g, d.h. ich habe ca. 6 gehäufte Teelöffel (1 Teel. ^= 7 g Zucker)

 

Bei meinen Recherchen bin ich auf folgendem Artikel/Frage gestoßen:

„Ich muss in letzter Zeit recht viel Denk- und Schreibarbeit leisten und dachte mir, ich kaufe mir mal Traubenzucker-Lutschbonbons. Man sagt ja, die seien gut für die Konzentration. Ich kann noch nichts dazu sagen, weil ich sie erst gestern gekauft habe. Stimmt das denn? Welche Menge an Traubenzucker wäre denn für diese Wirkung nötig und wie unterscheidet sich der Trauben- vom normalen Zucker?“

Auch die Antwort darauf fand ich sehr interessant, gut und richtig erklärt

„Das behaupten die Werbung und vielleicht noch der eine oder andere gewissenlose Apotheker. Von einem guten Arzt oder einem Ernährungsexperten würdest du so etwas nie hören.
Richtig ist: Das Gehirn verbraucht Traubenzucker, so wie ein Auto Benzin verbraucht. Der Traubenzucker wird aus der normalen Nahrung gewonnen und entsteht z.B. beim Abbau von Kohlenhydraten. Auf diese Weise kann der Körper bei ausreichender Ernährung mehr als genug Traubenzucker gewinnen und das Gehirn versorgen. Mehr als „genug“ Traubenzucker brauchen wir nicht. Das ist so wie beim Auto: Es fährt immer gleich schnell, egal ob der Tank halb voll oder ganz voll ist. Hauptsache es ist noch Benzin da.
Nimmt man den Traubenzucker direkt in reiner Form zu sich, wird der sehr schnell ins Blut aufgenommen. Man hat also einen sehr plötzlichen, steilen Anstieg des Blutzuckerwertes. Weil zu viel Zucker im Blut schädlich ist, reagiert unser Körper darauf mit einer starken Insulinausschüttung, wodurch der Blutzuckerspiegel dann wieder gesenkt wird. Dummerweise ist ein einzelnes Stück Traubenzucker auch ruckzuck wieder abgebaut, sodass der Blutzuckerspiegel durch das immer noch vorhandene Insulin anschließend in die Knie geht. Das ganze geht also deutlich nach hinten los. Dazu kommt, dass das Insulin den Fettabbau hemmt, du wirst also schneller dick, wenn ständig so viel Insulin ausgeschüttet wird.
Geworben wird immer mit „schneller Energie“. Energie misst man in Kalorien, der Werbespruch könnte also auch „schnelle Kalorien“ lauten, nur würde dann niemand den Traubenzucker kaufen.“

 

Zum besseren Verständnis habe ich verschiedene „Zuckerpseudonyme“ und ihre Erklärung dazu aufgezählt:

Zucker und seine Namen
Nicht immer steht Zucker drauf, wo Zucker drin ist. Zucker hat viele Namen, von denen nur einige leicht zu erkennen sind. Bedenken Sie auch, dass Kohlenhydrate nichts anderes sind, als eine Aneinanderreihung von Zuckermolekülen. So werden z. B. auch einige Zuckersorten aus Stärke hergestellt. Wer auf den Zuckergehalt in der Nahrung achten will, muss damit rechnen, dass bei den Nährstoffen nur die Kohlenhydrate angegeben sind, bei den Inhaltsstoffen der Name des Zuckers, der dazugehört.

Kohlenhydrate werden unterschieden in:
• Monosaccharide (Einfachzucker) = Fruchtzucker/Traubenzucker
• Disaccharide (Doppelzucker) = Rohr-und Rübenzucker
• Polysaccharide (Vielfachzucke) = Stärke

Saccharose: Dies ist eine chemische Bezeichnung für weißen Haushaltszucker oder Raffinade. Saccharose wird aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben hergestellt. Er ist ein Zweifachzucker. Chemisch werden ein Molekül Traubenzucker und ein Molekül Fruchtzucker miteinander verbunden.
Traubenzucker: Natürlicher Zucker, der in vielen süßen Früchten vorkommt. Weitere Namen sind Dextrose oder Glukose. Der im Handel befindliche Traubenzucker wird normalerweise aus Kartoffelstärke oder Maisstärke hergestellt. Er ist chemisch genau so aufgebaut, wie die Glukose im Blut. Deshalb wird er bei der Verdauung sofort in den Blutkreislauf aufgenommen. Traubenzucker ist ein Monosaccharid und gehört deshalb zu den eher ungesunden Energiespendern.

Fruchtzucker/Fruktose: Natürlicher Fruchtzucker kommt in süßen Früchten vor. Als Monosaccharid ist er Bestandteil vieler Zuckerverbindungen. Er ist auch im Haushaltszucker enthalten. Gelegentlich wird er als Zuckeraustauschstoff angewandt. Er muß aber bei Diabetikern bei der BE Berechnung berücksichtigt werden.

Dextrose: siehe Traubenzucker

Maltodextrin: Siehe Stärkezucker.

Stärkezucker: Unter diesem Begriff werden alle Zuckerarten zusammengefasst, die aus Stärke (vgl. Kohlenhydrate) hergestellt wurden, z. B. aus Maisstärke. Dazu gehören u. a. Isoglukose, Stärkesirup, Glukosesirup, Fruktosesirup, Maltodextrin. Stärkezucker findet in der Industrie immer weitere Verbreitung und wird häufig als Alternative zur Raffinade verwandt.

(aus www.medizininfoernaehrung/zucker.de)

 

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  1. Sie stellen es so dar, als wäre Traubenzucker schlecht. Außerdem würde ich wenn auf Dextro Energy schnelle Kalorien draufstände, das Produkt trotzdem kaufen, denn ich bin Hardgainer und nehme einfach nicht zu. Ich nehme zu den 6000 Kalorien die ich über die Nahrung aufnehme zusätzlich Mass gainer mit 1690 Kalorien und nehme dennoch nicht zu. Seit kurzem nehme ich Creatine Monohydrate und damit es schneller und besser aufgenommen wird esse ich kurz danach Dextro Energy. Falls sie jez denken dass ich nur eine Ausnahme bin so kann Leuten mit einer Schilddrüsenüberfunktion das gleiche Schicksal überkommen. Außerdem sind Saccharose/ Glukose etc. nicht dasselbe! Wie kommen sie dazu solche Behauptungen aufzustellen?!

  2. „Aber das Saccharose, Traubenzucker, Glukose, Fruktose genau dasselbe ist, wissen sie nicht“

    Wie kommen sie darauf dass diese daselbe sind? So ein … [Red. gekürzt]

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